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Polarisierend: Trend in Berliner Szene Clubs

Tanzlehrerverband mauert

In der Top-Disziplin "alluahakbar" ist sogar Pyrotechnik erlaubt.

In der Top-Disziplin „alluahakbar“ ist sogar Pyrotechnik erlaubt. (AnDance Festival/Amsterdam, Sylvester 2015)

Wumm Wumm machen die Bässe im „Sommerbad“ im Berliner Trendkiez Mariendorf. Hierhin, in einen der buntesten Stadtteile wo die Insider-Szene unter sich ist, wagt sich nur selten ein Tourist. Und doch ist hier eine Keimzelle des schrägsten Tanztrends im neuen Jahrtausend.

„An Dance“ (Dt. Antanzen) hat seine Ursprünge in den Nordafrika-Sexurlauben deutscher Feministinnen. Gerade läuft „Das Bezness“ / „Answers“.  Die Hymne der Bewegung, aufgelegt von DJ Dun Utte. Größere Veranstaltungen tragen Namen wie „Isch klau dir eine Galaxy (s7)“. Dort werden auch ausgefallenere Titel gespielt wie z.B.: „brudermord“ oder „kafes“ von der Gruppe „Prinzengefängnis“.

„Normalerweise kommen Trends nach Berlin immer später“ sagt „Dun Utte“ dann. „In Friedrichshain jagt die Polizei noch ‚Linke‘, da kommt man sich vor wie in den 80ern“. „Hier ist alles etwas langsamer als in Hamburg, Köln oder München wo die Checker wohnen„. „Aber diesmal sind wir von Anfang an dabei“. Gibt aber kleinlaut zu das Berlin nur eine kleine Veranstaltung zu Sylvester 2015 angemeldet hatte und das auch noch sehr spät. Sylvester 2015 gilt als die Geburtsstunde der Bewegung.

Eine Nähe zum Japanischen Chickan lehnen die wirklichen Anhänger entschieden ab: „Ey, Mangas sind voll schwul“. Außerdem geht es beim „An Dance“ weniger um sexuelle Befriedigung. „Wir sind doch keine perversen, die Erniedrigung der Frauen, Klauen und das gemeinschaftliche Erlebnis stehen im Vordergrund„. „Zum Ficken gibt’s Pauschalclubs„. „Echte Vergewaltigungen können sich diese Teen-Pussies doch gar nicht leisten, das gibt’s erst ab iPhone 5“ sagt ein Tänzer der anonym bleiben will.

Achmet Üzgül alias Markus Schmitz auf dem Cover der neuen CD

Achmet Üzgül alias Markus Schmitz auf dem Cover der neuen CD

Die Kölner Gruppe „Hauptbahnhof“, als Legende gefeiert, wundert sich derweil über den Zuspruch von ungewöhnlicher Seite. Ganze Hundertschaften der Kölner Polizei belegen derzeit ‚An Dance‘-Kurse. „‚An Dance‘ wird als gesund beworben und Kursgebühren werden von der Polizei-Krankenkasse erstattet“. „Hier in Köln ist ‚An Dance‘ leider nicht mehr der Megatrend“ sagt Achmet Üzgül, im richtigen Leben Markus Schmitz. „Das liegt an vielen mittelmäßigen Shows in letzter Zeit die von überall her auf den Markt drängen“. Namen will er nicht nennen, kennt er auch nicht, „wir sehen alle gleich aus“. „Ich bin ein echter Schwarmfisch, wie wir alle, ein Hering“.

Auch erste Händler stellen sich auf die Nachfrage ein. So hat das Fachgeschäft „Deiters“ am Alexanderplatz in Berlin gerade aufgerüstet. Dunkle Lederjacken, Bärte und Farb-Kontaktlinsen für die stechenden dunklen Augen stehen derzeit hoch im Kurs. Gerade die dunklen Kontaktlinsen sind sehr beliebt. Große Pupillen suggerieren den Frauen Zustimmung und machen gefügig. „Pupillen lügen nicht“ titelt die Deutsche Welle, oder doch? „Da sind die Frauen schon ein bisschen einfach gestrickt“ gibt er zu. Den Begriff Manipulation versucht er zu vermeiden.

Eine Verbindung zum Japanischen Chickan streiten die Antänzer ab.

Eine Verbindung zum Japanischen Chickan streiten die Antänzer ab.

Tanja Müller macht sich gerade als Mega-Opfer zurecht als wir in Ihrer Studenten WG eintreffen. Ob sie eine spezielle Veranstaltung besucht? „Nein, ich geh einfach mal Richtung Hauptbahnhof“ sagt sie. „Ich hab extra ein iPhone mit, das Neue, OVP!“. Wir können uns Tanja in einem Gang-Rape richtig gut vorstellen. Bevor sie zu „An Dance“ kam war sie oft in Rape-Drug Clubs. Das findet sie mittlerweile aber nicht mehr so prickelnd. „Mittendrin statt nur dabei“ ist ihr neues Motto.

Mittlerweile ist ‚An Dance‘ dabei die Tanzwelt umzukrempeln. Der „Allgemeine, spezielle und integrative Tanzlehrerverband“ (ASITV) zeigt sich noch zurückhaltend, will aber bei neuen Trends nicht hintenanstehen. „Diese Gentlemen Masche funktioniert schon eine Weile nicht mehr“ gesteht ein Träger vom „Tanzabzeichen Super Goldstar Rang III“ des weit einflussreicheren ADTV. „Die heutigen Frauen sind beeinflusst von ‚Shades of Grey‘ und sehnen sich nach einer härteren Gangart“. Derweil gibt es auf Youtube schon erste Channels mit Namen wie „Gechillt antanzen„. Der gekonnte Griff nach den Wertsachen wird dort natürlich nicht gezeigt. (dtsn)

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